Auf den Spuren der Vorfahren

 besuch_huegel.JPGDas Ehepaar Manfred und Gabi Hügel aus Reichenberg bei Würzburg hat in Klingenmünster, der Wirkungsstätte ihrer Vorfahren, ein verlängertes Wochenende verbracht. Manfred Hügel ist direkter Nachfahre von zwei Direktoren des heutigen Pfalzklinikums. Beide waren nicht nur Mediziner, sondern haben durch ihr vorbildliches gesellschaftliches Engagement ihre Wahlheimat fast 40 Jahre lang geprägt.

Dem jungen Arzt Ferdinand Karrer aus Erlangen, Urgroßvater von Manfred Hügel, wurde 1883 die Leitung der Klingenmünsterer Klinik übertragen. Es sollte eine Lebensaufgabe für ihn werden - bis zu seinem Tod 1916. Der Wandel von der „Kreisirrenanstalt“ zur Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster hat sich in seiner Zeit vollzogen. Bereits in den 1880er Jahren wurde Dr. Karrer für 13 Jahre zum 1. Vorsitzenden des damals jungen Landeckvereins gewählt. Die Burg wurde von Schutt und Bewuchs befreit, zur ersten Plattform des Turmes eine steinerne Freitreppe gebaut und die heutige Burgschänke errichtet. Aus Anlass des Todes seiner ältesten Tochter hat er zwei Quellen gestiftet, die Martha- und die Johannaquelle. Als Vertreter der „Anstalt“ war er Ratgeber im „Bahn-Comite“, das den Bau der Klingbachtalbahn plante und vorbereitete. Mit dem Martinsturm auf dem Treutelskopf hat Karrer einer der schönsten Aussichtspunkte im Pfälzerwald geschaffen.

Ferdinand Hügel, sein Schwiegersohn, war sein direkter Nachfolger als Leiter der Klinik. Er war wie sein Schwiegervater 1. Vorsitzender des Landeckvereins, Gründungsinitiator der Ortsgruppe Klingenmünster des Pfälzerwald-Vereins und dessen 1. Vorsitzender.

In diese Zeit vor 100 Jahren fällt die Erbauung der ersten Wasserversorgung für die Burg Landeck, für die sich die Besucher ganz besonders interessiert haben. Eine Quelle unterhalb der Burg am Schlossberg war damals schnell gefunden. Wie aber soll das Wasser die 80 Höhenmeter zur Burg überwinden? Die Entscheidung fiel zu Gunsten eines hydraulischen Widders, der Wasser ohne äußere Energiezufuhr in große Höhen pumpen kann, indem die Energie des fließenden Wassers in Druckenergie umgewandelt wird. Der Nachteil besteht darin, dass nur etwa ein Sechstel des Wassers auf der Burg ankommt, der größte Teil ist Verlustwasser, das am Widder abgeführt wird.

Bis zu einem Defekt in den 1960er Jahren war dieses technische Relikt zuverlässig im Einsatz. Mehrere Reparaturversuche schlugen fehl, bis Eugen Albert aus Silz sich derHerausforderung stellte und mit großer Geduld und Leidenschaft die Instandsetzung austüftelte.  Heute kommt der Widder sporadisch im Museumsbetrieb zum Einsatz. Er dürfte der einzige in der Pfalz aus dieser Zeit sein. Der Klinikfriedhof, mit der Grabstätte der beiden Direktoren und die Nikolauskapelle waren weitere Stationen bevor das Ehepaar wieder den Heimweg angetreten hat.   

Zum Foto: eingerahmt von Sandra und Eugen Albert von links: Katharina Schaller, 1. Vorsitzende des PWV, Günter Nuss, Landeckverein, Gabi und Manfred Hügel. 

Rita Reich


 

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